Tagesarchiv für den 13. März 2007

Vereinstreue ohne Grenzen

Wie schon so häufig zeigte sich auch heute mal wieder, dass das Fußballgeschäft schnelllebiger als jeder andere Arbeitsbereich ist.

Vor acht Wochen war Thomas Doll noch das Sinnbild und die absolute Identifikationsfigur beim Hamburger SV. Die Fans feierten ihn nach jeder Niederlage, wollten alle entlassen, nur den Trainer nicht. Gleichzeitig siegte Dortmund zu Hause mit 3:2 über die Münchener und alle feierten Jürgen Röber bei seinem Trainereinstand als den Heilsbringer und redeten von einer Vertragsverlängerung.

Doch während Doll in Hamburg seinen Sitz bereits nach den ersten zwei Unentschieden des Jahres opfern musste und mit einer netten Abfindung in den Urlaub geschickt wurde, ging es bei Jürgen Röber erst bergab. Die Mannschaft hört nicht mehr auf ihn, keinen interessieren seine Anweisungen, niemand läuft so wie er möchte und alle spielen ihre eigenen Gedanken auf dem Platz aus, aber keiner spielte mehr Fußball.

Der Ernst der Lage wurde erst jetzt erkannt. Während Sebastian Kehl von einer harten Woche sprach, reagierte der Trainer selbst und entfernte sich von seiner blauen Powerade-Bank im Signal Iduna Park. Er erreiche die Mannschaft nicht mehr und selbst gestandene Profis wie Christoph Metzelder verstehen ihr eigenes Spiel nicht mehr.

Der Retter wurde schnell gefunden. Nachdem mit Magath, der in Hamburg bereits die Nachfolge von Doll verweigert hatte, der Topkandidat absagte, stand Thomas Doll, Hamburg-Ikone und Liebling der Fans im Norden bereits mit gepackten Koffern vor der Tür.

Es wird also derjenige, der in Hamburg aufgrund von Erfolglosigkeit im Abstiegskampf entlassen wurde. Ob er in Dortmund mehr Erfolg haben wird, ist durchaus fraglich.

Die Borussia ist Tabellennachbar der Hamburger. Da wird es sicherlich schwer, die eigene Liebe zu überholen, um einen fremden Verein zu retten. Denn dort wird er keine 58.000 Sympathisanten im Rücken haben.

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