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Deutschland im Glück

Und wieder einmal hat ganz Europa einen Grund, Deutschland als die Turniermannschaft mit dem ewigen Glück abzustempeln. Polen, Kroatien und Österreich – viel leichter konnte es eine Mannschaft aus Lostopf 3 kaum treffen.

Österreich stellt sich selbst schon als die schlechteste EM- Mannschaft aller Zeiten da, kein Wunder sie sind ja auch zum ersten Mal qualifiziert. In der Mannschaft funktioniert einfach gar nichts – selbst die eigene Presse bzw. die Fans sprachen sich zuletzt für einen Verzicht auf die EM aus, um einer Blamage zu entgehen. Zu tief hängen noch Erlebnisse aus der letzten Qualifikation wie das 1:9 gegen Spanien.

Wie 2006 - bitte anklicken!

Polen ist als Ausbildungsstelle für deutsche Nationalspieler wie eine Jugendmannschaft zu betrachten. Trochowski, Klose, Podolski – alle spielen sie lieber für ihre neue Heimat. Das wir gegen Polen, die ihre Spieler aus Rache dafür häufig in Deutschland spielen lassen, auch ein wenig Glück brauchen, zeigte sich bei der WM 2006, als unser Franzose Oliver Neuville erst in der 92. Minute nach Flanke von unserem Afrikaner David Odonkor das sensationelle 1:0 rutschte (siehe Link) und so einen Freudentaumel im ganzen Land auslöste. Hoffnung gibt aber, dass Spielmacher Kuba seit dieser Saison bei Dortmund spielt und dort jetzt erst recht keine Einsatzzeiten und damit Spielpraxis bekommen wird.

Dritter und sicherlich stärkster Gruppengegner sind die Kroaten. Als Englandkiller und mit überraschender Spielweise verschrien werden sie uns sicherlich noch von der WM 1998 im Gedächtnis sein. 0:3 hieß der Endstand im WM-Achtelfinale – inklusive Roter Karte für unseren damaligen Abwehrchef Christian Wörns. Dass wir uns dafür immer noch rächen müssen, werden die Nationalspieler sicherlich noch häufiger hören – und eine brüderliche Revanche für England wollten wir ja auch schon immer mal haben… oder einfach nur zeigen, dass wir deutlich besser sind.

Die Todesgruppe wurde ein Los nach dem Deutschen gezogen. Italien, Frankreich, Niederlande und Rumänien in Gruppe C. Weltmeister, Vizeweltmeister und die europäische Talentschmiede in einer Gruppe, dazu mit Rumänien die souveränste Mannschaft der gesamten EM-Qualifikationsgruppen. Das könnte ein böses Erwachen geben für den einen oder anderen Trainer. Marco van Basten hat schon mal vorgesorgt und jetzt schon sein Ende als Nationaltrainer nach der Europameisterschaft angekündigt…
Was ich aber an so einer Auslosung einfach nicht verstehe ist das Viertelfinale bzw. Halbfinale. Dieses setzt sich wie folgt zusammen:

Viertelfinale:
25 - 1. Gruppe A – 2. Gruppe B
26 - 2. Gruppe A – 1. Gruppe B
27 - 1. Gruppe C – 2. Gruppe D
28 - 2. Gruppe C – 1. Gruppe D

Halbfinale:
29 – Sieger Spiel 25 – Sieger Spiel 26
30 – Sieger Spiel 27 – Sieger Spiel 28

Bedeutet in übertragendem Sinne: Wenn Deutschland als Gruppenerster sein Viertelfinale über die Tschechen (2. A) und Kroatien gegen Portugal (1. A) gewinnen, gibt es im Halbfinale das gleiche Duell wie in der Vorrunde. Ergo wir können nur im Finale der Europameisterschaft auf Holland, Frankreich, Italien, Rumänien oder eine der Mannschaften aus der Gruppe D (bspw. Spanien) treffen.
Apropos Europameisterschaft – was macht eigentlich der typische Engländer? Ich würde es zumindest nicht empfehlen zwischen Juni und Juli 2008 in die Urlaubsorte zu fahren, wo es keinen Fernseher gibt… denn plötzlich könnten solche Kurorte von rot weißen Fahnen und blassen Menschen überfüllt werden.

Irgendwo in Bad Salzuflen

jetzt kommentieren? 05. Dezember 2007